Wie sieht die Zukunft unseres Trinkwassers aus?

Fachveranstaltung in Bünde: ÜKOWA zeigt Handlungsbedarf und erste regionale Lösungsansätze

Sinkende Grundwasserspiegel, Extremwetterereignisse und eine wachsende Konkurrenz um Wasserressourcen: Die Anforderungen an eine sichere Trinkwasserversorgung steigen. Vor diesem Hintergrund hat die Energie- und Wasserversorgung Bünde GmbH (EWB) Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wasserwirtschaft am Montagabend, 23. März, zur Fachveranstaltung „Die Zukunft unseres Trinkwassers“ in den EWB-Sitzungssaal an der Osnabrücker Straße eingeladen.

Drei Fachvorträge beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Karsten Klußmann, Technikleiter der EWB, skizzierte die konkreten technischen Herausforderungen vor Ort. Dr. Marion Kapsa, Geschäftsführerin der EWB, stellte das Kooperationsprojekt ÜKOWA sowie erste Zwischenergebnisse vor. Martin Weyand vom BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ordnete ein, welche Investitionen bundesweit notwendig sind, um die Wasserversorgung klimafest aufzustellen. Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum fachlichen Austausch.

„Der Schutz und die kluge Bewirtschaftung unserer Wasserressourcen ist eine Aufgabe, die keine Kommune allein lösen kann – hier braucht es regionale Zusammenarbeit“, betonte Susanne Rutenkröger, Bürgermeisterin der Stadt Bünde und Aufsichtsratsvorsitzende der EWB. Sie unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Strategien über kommunale Grenzen hinweg. „ÜKOWA ist genau die Art der Zusammenarbeit, die wir brauchen, um die Versorgung der Zukunft nachhaltig und langfristig zu sichern“, fügte sie hinzu.

Was genau ist ÜKOWA?
Hinter dem Kürzel steht ein bundesweit einzigartiges Projekt: 25 Wasserversorgungsunternehmen aus Ostwestfalen-Lippe und dem angrenzenden Niedersachsen erarbeiten gemeinsam ein Zukunftskonzept für ein nachhaltiges Wassermengenmanagement. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und vom Fachbüro Consulaqua (Hildesheim) wissenschaftlich begleitet. In die Analysen fließen Daten von über 4.000 Messstellen ein.

Die bisherige Auswertung zeigt einen klaren Trend: In weiten Teilen der Region sind die Grundwasserspiegel seit 2016 kontinuierlich gesunken – in einigen Bereichen erheblich. Modellrechnungen weisen zudem darauf hin, dass die nutzbaren Wasserreserven in bestimmten Gebieten bereits kritisch sind. Auf dieser Datenbasis entwickeln die beteiligten Unternehmen gemeinsame Handlungspläne – unter Berücksichtigung verschiedener Klimaszenarien und mit dem Ziel, Versorgungssicherheit und Naturschutz gleichermaßen im Blick zu behalten.

„Wir wollen Verantwortung übernehmen und aktiv Lösungen gestalten“, sagt Dr. Marion Kapsa. „Die Resonanz auf die bisher vorgestellten Ergebnisse zeigt, wie groß das Interesse an diesem Thema in Politik und Wasserwirtschaft ist.“

Das auf 28 Monate angelegte Projekt läuft noch bis September 2026. Die aktuellen Daten und Prognosen bilden die Grundlage für ein gemeinsames Zukunftskonzept, das die Trinkwasserversorgung langfristig resilient aufstellt.

Gruppenfoto der Referenten und Moderatoren
Die Fachexperten für Trinkwasser: Karsten Klussmann (Leiter Center Technik der EWB), Dr. Marion Kapsa (Geschäftsführerin) und Martin Weyand (Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.)