Gaspreise steigen - EWB erklärt die Hintergründe

Einkaufspolitik hielt ElseGas Komfort trotz komplizierter Marktlage mehr als zweieinhalb Jahre stabil / Jetzt wird eine Anpassung zum 1. Dezember 2026 notwendig.

Die Energie- und Wasserversorgung Bünde GmbH (EWB) passt zum 1. Dezember 2026 den Arbeitspreis für ihren Gastarif ElseGas Komfort an. Der Arbeitspreis steigt um 1,98 Cent pro Kilowattstunde– das entspricht einem Anstieg von rund 17 Prozent. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das Mehrkosten von knapp 30 Euro monatlich. Der Grundpreis bleibt unverändert. Zuletzt hatte die EWB den Preis für ElseGas Komfort zum 1. April 2024 gesenkt und ihn seitdem trotz erheblichen Drucks auf den Energiemärkten konstant gehalten – mehr als zweieinhalb Jahre lang.

Keine einfache Entscheidung
Für die EWB als kommunales Versorgungsunternehmen ist eine Preiserhöhung keine Routineentscheidung. „Wir wissen, dass steigende Energiekosten für viele Haushalte in unserer Region eine spürbare Mehrbelastung bedeuten. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst – und sie ist auch der Grund, warum wir so lange wie möglich an stabilen Preisen festgehalten haben", sagt Dr. Marion Kapsa, Geschäftsführerin der EWB. „Dass wir diesen Schritt jetzt gehen müssen, fällt uns nicht leicht. Aber die Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten lassen uns keine andere Wahl mehr."

Warum steigen die Gaspreise?
Der Gaspreis, den Kundinnen und Kunden zahlen, setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen – und nur ein geringer Teil davon liegt in der Hand des Versorgers. Ein erheblicher Teil entfällt auf Netzentgelte, die CO₂-Bepreisung sowie Steuern und Abgaben, die gesetzlich festgelegt sind und auf die die EWB keinen Einfluss hat. Hinzu kommen die Beschaffungskosten für Gas am Großhandelsmarkt, die von der weltweiten Angebots- und Nachfragesituation abhängen.
Genau diese Beschaffungskosten sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Ausschlaggebend dafür sind vor allem geopolitische Entwicklungen: Der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen Risiken für wichtige Energietransportwege – insbesondere die Straße von Hormus – haben die europäischen Gasbörsen erheblich unter Druck gesetzt. Gleichzeitig steigen die CO₂-Kosten weiter an, und auch Netzentgelte sowie Aufwendungen für Bau- und Dienstleistungen haben sich verteuert.

Zum Vergleich: Laut dem unabhängigen Verbraucherportal Finanztip sind die günstigsten empfohlenen Neukundentarife auf dem deutschen Gasmarkt seit dem Frühjahr 2026 um rund 23 Prozent gestiegen (Stand: Oktober 2026). Die EWB erhöht ihren Arbeitspreis nach mehr als zweieinhalb Jahren Stabilität um rund 17 Prozent.


Vorausschauend eingekauft – Puffer so lange wie möglich gehalten
Die EWB verfolgt seit Jahren eine langfristig ausgerichtete Beschaffungsstrategie. Durch vorausschauenden Gaseinkauf und konsequente interne Kostendisziplin war es möglich, den Preis für ElseGas Komfort deutlich länger stabil zu halten, als es die reinen Marktbedingungen erlaubt hätten. „Wir sitzen in Bünde und haben auf das, was an den internationalen Energiemärkten passiert, keinen Einfluss", erklärt Dr. Kapsa. „Was wir beeinflussen können, ist der Umgang damit – durch kluge Einkaufsentscheidungen, durch Effizienz in unserem eigenen Betrieb und durch den Anspruch, Kostensteigerungen so lange wie möglich selbst abzufangen, bevor wir sie weitergeben. Das werden wir auch weiterhin so halten: Sobald die Kosten wieder Spielraum für eine Preissenkung bieten, geben wir diesen selbstverständlich an unsere Kundinnen und Kunden weiter."

Was bedeutet das konkret?
Für einen typischen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 18.000 Kilowattstunden bedeutet die Anpassung eine Mehrbelastung von rund 30 Euro pro Monat. Die laufenden Abschlagsbeträge werden durch die Preisanpassung nicht sofort geändert; sie werden mit der nächsten Jahresabrechnung individuell neu berechnet und angepasst.

Strom und Wasser stabil – Wärme folgt dem Gaspreis
Die Preisanpassung betrifft ausschließlich den Gasbereich. Die EWB-Preise für Strom und Trinkwasser bleiben zum 1. Dezember 2026 unverändert. Die Wärmeversorgung hingegen ist direkt an den Gaspreis gekoppelt – eine Anpassung der Wärmepreise wird daher zeitgleich umgesetzt.

Neue Produkte mit Preisgarantie in Kürze verfügbar
Wer sich langfristig absichern möchte, hat dazu in Kürze Gelegenheit: Die EWB wird in den kommenden Tagen neue ElseGas-Tarife mit Preisgarantie bis zum 31.08.2028 anbieten. Damit erhalten Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, sich unabhängig von weiteren Marktentwicklungen für einen planbaren Zeitraum festzulegen.

Weitere Informationen finden Sie hier. Die neuen Produkte können dann bequem über das Kundenportal abgeschlossen werden.

Kundinnen und Kunden, die Fragen zur Preisanpassung oder zu den neuen Tarifen haben, können sich zudem an das Kundencenter der EWB wenden – persönlich an der Osnabrücker Straße 205 in Bünde, telefonisch unter (05223) 967-112 oder per E-Mail an kundenservice@ewb.aov.de.